HILFE ZUR SELBSTHILFE
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30. April - Tag der Arbeitslosen
Volkshilfe fordert GERADE JETZT
nachhaltige Unterstützung Langzeitarbeitssuchender

Die Volkshilfe macht jedes Jahr anlässlich des Tages der Arbeitslosen am 30. April auf die Situation arbeitssuchender Menschen in Tirol aufmerksam. Heuer ist der Tag besonders bitter: Die Corona-Krise hat den Tiroler Arbeitsmarkt mit voller Wucht getroffen.

Die Corona-Pandemie hat für sehr traurige Rekorde am Arbeitsmarkt gesorgt. Wir verzeichnen den größten Anstieg und die höchste Zahl an arbeitslosen Menschen in der 2. Republik. Insbesondere sind einkommensschwache und bildungsferne Menschen von Kurzarbeit betroffen, Letztere sogar am stärksten von Kündigungen. Auf den Punkt gebracht: Es trifft vor allem jene Menschen, die schon vor der Corona-Krise in prekären, befristeten oder atypischen Beschäftigungsverhältnissen angestellt waren.

„Es braucht umfassende sozialpolitische Maßnahmen, um aus der Gesundheitskrise nicht eine Überlebenskrise für die Betroffenen zu machen", fordert Kerstin Egger, Geschäftsführerin der Volkshilfe Tirol. Die Volkshilfe befürchtet einen krisenbedingten Anstieg an Langzeitarbeitssuchenden. Betroffene sind oft ältere Mitmenschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Geringqualifizierte. Ein existenzsicherndes Beschäftigungsverhältnis ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und die Vermeidung von Armut. „Wir werden nun langfristiger denken müssen. Besonders jetzt braucht es einen sicheren zweiten Arbeitsmarkt und nachhaltige arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, um drohende Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden und den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt auch nach der Krise wieder zu ermöglichen", so Kerstin Egger.

 

NUTZUNG VON LANGJÄHRIGER ERFAHRUNG & KOMPETENZ

Gemeinnützige Unternehmen wie „von AMS, dem Land Tirol und Gemeinden geförderte sozialökonomische Betriebe“ arbeiten seit mehr als 30 Jahren daran, langzeitarbeitssuchende Menschen auf dem Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu begleiten. Sie haben fundierte Erfahrung bei der Integration von Arbeitssuchenden und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit sowie die damit verbundene drohende Armut. „Auch wenn sich die Situation am ersten Arbeitsmarkt drastisch verschärft hat, arbeiten wir mit unseren TeilnehmerInnen weiterhin gezielt an einer Wiedereingliederung. Denn nur durch Beschäftigung können wir Armut nachhaltig bekämpfen,“ betont Kerstin Egger.

Die Volkshilfe in Tirol unterstützt aktiv mit drei sozialökonomischen Betrieben:

  • Wäscherei Libelle: Dr. Franz-Werner-Straße 34, 6020 Innsbruck → Projektinfos HIER
  • Wäscherei Frau Holle: Josef Egger-Straße 5, 6330 Kufstein           → Projektinfos HIER
  • Werkbank: Brixentaler Straße 14, 6300 Wörgl                                     → Projektinfos  HIER

 

BEGLEITUNG WÄHREND DER KRISE BESONDERS WICHTIG

Den sozialpädagogischen MitarbeiterInnen in den Volkshilfe Betrieben war es gerade während der Quarantänezeit ein wichtiges Anliegen, die Betreuung der TeilnehmerInnen unter den gegebenen Umständen aufrecht zu erhalten.

Aus der Betreuung vor Ort wurde das Distance Einzelcoaching: Mittels Telefongesprächen begleiten sie seither die TeilnehmerInnen durch den neuen Alltag, um zunächst die Angst vor Isolation und Krisenängste zu entkräften. Ziel ist die rasche Gewöhnung an die neue Tagesstruktur, um nach der „Ausnahmezeit“ an die bisherigen persönlichen Fortschritte anknüpfen zu können und auch die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu begünstigen.

„Wir hoffen, dass sich für die Teilnehmerinnen möglichst bald wieder neue Chancen auf eine langfristige Beschäftigung und damit verbundene Zukunftsperspektiven ergeben. Gerade jetzt müssen wir dranbleiben!“, so Bernadette Stöckl, Sozialbetreuerin im Frauenprojekt Wäscherei Frau Holle in Kufstein, die einen beunruhigten Blick auf den aktuellen Arbeitsmarkt in Tirol wirft.

 

Die Volkshilfe ist eine wichtige Arbeitgeberin im beschäftigungspolitischen Bereich und hat eine lange Tradition in der Integration von langzeitbeschäftigungslosen Menschen in den Arbeitsmarkt. Österreichweit finden rund 2.100 langzeitarbeitssuchende Personen pro Jahr in über 40 Volkshilfe Projekten einen Transitarbeitsplatz und erhöhen somit ihre Chance auf Reintegration in den regulären Arbeitsmarkt.

Sozialökonomische Betriebe sind erfahren und bieten Betroffenen Beschäftigung in verschiedenen Dienstleistungsbereichen und ermöglichen dadurch Qualifizierung im arbeitsplatznahen Umfeld. Dies erhöht die Chancen auf einen nachhaltig erfolgreichen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt.