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VOLKSHILFE ZUM WELT-ALZHEIMERTAG:
DIAGNOSE DEMENZ FÜHRT ZU
SOZIALEM AUSSCHLUSS & DISKRIMINIERUNG

Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21.09. macht die Volkshilfe auf die Situation an Demenz erkrankter Menschen aufmerksam und ruft zur gesellschaftlichen Inklusion auf. Der aktuelle Volkshilfe Sozialbarometer zeigt: Betroffene erleben sozialen Ausschluss!

Gesellschaftliches Engagement und umfassende Angebote sind notwendig, um Menschen mit demenziellen Erkrankungen ein angenehmes & individuelles zu ermöglichen und die pflegenden Angehörigen im Alltag bestmöglich zu entlasten. Ziel der Bemühungen der Volkshilfe ist es, die Lebenswelt von an Demenz erkrankten Menschen zu verbessern und unmittelbar dort zu helfen, wo sie und Angehörige Unterstützung brauchen.

Gemeinsam mit dem Memory Netzwerk der Tirol Kliniken war die Volkshilfe am 21. September den ganzen Tag mit einem Informationsstand im Landeskrankenhaus Hall vertreten, um auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen sowie über die jeweiligen Betreuungsleistungen im Bereich Demenz ausführlich zu informieren.

Offiziellen Schätzungen zufolge leben im Jahr 2020 etwa 11.980* Menschen in Tirol mit einer Form von Demenz. „Rund 80 Prozent der Betroffenen werden von Angehörigen (mit Inanspruchnahme Mobiler Gesundheits- & Sozialdienste) betreut. Angehörige sind somit der größte Pflege- & Betreuungsdienst in unserem Bundesland“, führt Kerstin Egger, Landesgeschäftsführerin der Volkshilfe an und fordert: „Um die Angehörigen in ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen und zu entlasten, benötigt es Strukturen und ausreichend Angebote im mobilen Bereich.“

Demenz verwirrt – nicht nur die Erkrankten selbst, sondern alle, die mit ihr in Berührung kommen: Familienmitglieder, FreundInnen, Pflegende, ÄrztInnen, ArbeitgeberInnen – die gesamte Bevölkerung. Während des Krankheitsverlaufs durchleben die Betroffenen und ihre Familienmitglieder eine immer stärker werdende Entfremdung von ihrem bisherigen Leben. Soziale Isolation und Ausgrenzung sind oft die Folge. Das muss sich ändern. „Der Volkshilfe ist es ein besonders Anliegen, ein Umdenken in der Gesellschaft anzuregen und die Perspektive auf die Krankheit zu verändern“, so Egger.

 

ERGEBNISSE DES AKTUELLEN SOZIALBAROMETERS:
ERKRANKTE ERLEBEN SOZIALEN AUSSCHLUSS

Der Volkshilfe Sozialbarometer, die regelmäßig in Zusammenarbeit mit SORA durchgeführte sozialpolitische Umfrage, zeigt: Fast drei von vier Befragten (74%) sind davon überzeugt, dass Demenz-Erkrankte und ihre Angehörigen bereits aufgrund ihrer Diagnose soziale Kontakte verlieren und vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Fast die Hälfte der Befragten (48%) gibt folglich auch an, dass sie die Diagnose Demenz so lange als möglich geheim halten würden, wenn sie persönlich betroffen wären.

Als ersten Schritt eines Abbaus sozialer Ausgrenzung sei es wichtig, die Betroffenen stärker wahrzunehmen. Laut Sozialbarometer glaubt momentan lediglich einer von vier Befragten, dass im öffentlichen Raum wie beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmittel auf Betroffene Rücksicht genommen wird. Daraus schließt die Landesgeschäftsführerin: „Das Bild von Demenz muss sich ändern. Mit Information und Sensibilisierung müssen wir bestehende Ängste abbauen und vor allem klarmachen, dass von Demenz Betroffene ein Recht auf soziale Teilhabe und ein gelingendes Leben haben.“

 

VIELFÄLTIGE ENTLASTUNGSANGEBOTE IN TIROL SCHAFFEN:

Die Volkshilfe hat nicht nur eine langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Durchführung von Projekten für Demenzerkrankten, sondern sensibilisiert mit ihrer Initiative „Demenzhilfe Österreich“ seit März 2012 auch für die Anliegen von Betroffenen. Die Volkshilfe unterstützt mit:

  • Mobile Demenzbetreuung in Innsbruck
  • Finanzielle Entlastung durch Unterstützungsfonds: „Fonds Demenzhilfe Österreich“
  • Informations- und Beratungsgespräche
  • Kostenlose Broschüren und Ratgeber

*Prognose durch das Amt der Tiroler Landesregierung/Abteilung Soziales

 

Gruppenbild (v.l.n.r.): Prim. Univ.-Prof. Dr. Josef Marksteiner (Abteilungsvorstand Psychiatrie und Psychotherapie, LKH Hall), Manuela Pfohl (PDL Volkshilfe), Haller Stadtrat Gerhard Mimm, Kerstin Egger (GF Volkshilfe) & Franz Hoppichler, DPGKP (Pflegedirektor Landeskrankenhaus Hall)